Klassenzimmer am frühsommerlichen Bogenberg

Noch vor den Ferien hat sich eine Gruppe Kinder der Montessori-Schule Bogen gemeinsam mit dem zuständigen Ranger des Naturparks Bayerischer Wald auf eine zweistündige naturkundliche Exkursion am Bogenberg begeben. Dabei konnten die neugierigen Schülerinnen und Schüler vor allem botanische Besonderheiten am Hausberg der Stadt Bogen entdecken und näher kennenlernen.

Zunächst begrüßte der zuständige Naturpark-Ranger Lukas Maier die 15 teilnehmenden Kinder und zwei Lehrkräfte in der Montessori-Schule am Stadtplatz von Bogen. Dort erklärte er anfangs Grundlegendes zum Naturpark und informierte über das umfangreiche Aufgabengebiet eines Rangers. Auch konnten bereits erste Fragen der Schülerinnen und Schüler geklärt werden, die in der Vorfreude auf die Exkursion bereits aufgekommen sind. Nachdem alle Teilnehmenden ausgerüstet waren, ging es zu Fuß zum Anfang des Lippwegs, der fußläufig nur wenige Minuten entfernt von der Montessori-Schule an der Südseite auf den Bogenberg führt.

Nach einer kurzen Einführung am Beginn des Lippwegs, ging es auf dem teils steilen Pfad durch die ständig wechselnde Vegetation des Bogenbergs. Zu Beginn wurden die Sträucher und Bäume wie Weißdorn, Heckenrose und Feldulme im anfänglich dichten Gebüsch zum Thema. Nachdem sich die Vegetation nach und nach lichtete waren am teils blanken Felsen auch kleinere Blütenpflanzen zu entdecken. Unter anderem konnten die Kinder den gerade blühenden scharfe Mauerpfeffer oder die verwandte Felsenfetthenne entdecken, die beide als Anpassung an den extrem trockenen Standort dicke, wasserspeichernde Blätter bilden. Auch weitere typische trockenheitstolerante Arten mit bunten Blüten waren dort zu sehen, wie die rosafarbene Karthäusernelke, das hellblaue Berg-Sandglöckchen oder der himmelblaue Natternkopf. Am östlichen Ende des Lippwegs wurde für die Schülerinnen und Schüler auch der Übergang von steinigen, felsigen Standorten auf flachere, humusreichere Flächen erlebbar, die sich durch plötzlich dichte, hochwüchsige Eichenwäldern von der mageren Felsvegetation abgrenzen.

Nach einer kurzen Trinkpause am höchsten Punkt des Bogenbergs, bei der die besondere Aussicht genossen werden konnte, ging es auch schon wieder hinab über den Janerweg, der noch einige Besonderheiten, wie das Salomons-Siegel oder die Scheinerdbeere bot. Nach dem kurzen Rückweg zum Schulgebäude am Stadtplatz verabschiedete sich der Ranger von den interessierten Schulkindern und gab ihnen mit, sich weiter für die Besonderheiten der heimischen Natur zu begeistern. Die Schülerinnen und Schüler werden jetzt, nach den Pfingstferien, die Besonderheiten der bei der Exkursion entdeckten Pflanzen, in Form von Steckbriefen über die Bäume, Sträucher und Wildblumen nochmal gemeinsam aufarbeiten und den Mitschülern vorstellen, so dass auch die jüngeren über die Pflanzen erste Kenntnisse bekommen. Text: Lukas Maier